Hiob

Roman eines einfachen Mannes von Joseph Roth in einer Bearbeitung von Matthias Reichwald
dt.1
Premiere 03. Juli 2021
Dauer 165 Minuten
01.02
Mi
19:45-22:30 Uhr
07.02
Di
19:45-22:30 Uhr
07.03
Di
19:45-22:30 Uhr
Regie
Matthias Reichwald

Musikalische Leitung
Anton Berman

Bühne
Jelena Nagorni

Kostüme
Elena Gaus

Dramaturgie
Jascha Fendel

Die Familiengeschichte beginnt um 1900. In einem abgeschiedenen russischen Dorf, lebt der Tora-Lehrer Mendel Singer mit seiner Frau Deborah und den Kindern Jonas, Schemarjah und Mirijam. Mendel betrachtet das Leben als Prüfung. Er nimmt Schicksalsschläge mit stoischer Demut hin und verteidigt sie als Teil eines göttlichen Willens, gegen den der Mensch nichts auszurichten hat. Mit der Geburt seines jüngsten Sohnes Menuchim, der unter Epilepsie leidet, verlässt ihn allmählich das Glück eines bescheidenen Lebens. Nach weiteren Rückschlägen erscheint Mendel die Migration nach Amerika als einziger Ausweg. Dafür muss er jedoch einen hohen Preis zahlen: Menuchim, zu dem er im Laufe der Jahre eine starke Bindung aufgebaut hat, muss zurückgelassen werden. Angekommen in der neuen Welt ist der Leidensweg aber keineswegs beendet, Mendel fühlt sich in der Großstadt New York fremd und heimatlos. Geplagt von Verlusten, scheint auf seiner Familie weiter ein unheilvoller Fluch zu liegen. Derart geprüft und voller Schuldgefühle beginnt Mendel an seinem unerschütterlichen Glauben zu zweifeln.

Zum Autor Joseph Roth
Der Schriftsteller Josoph Roth wurde 1894 in Schwabendorf bei Brody in Ostgalizien geboren. In einem bewegenden Leben als Journalist bereiste er die Welt. »Hiob« wurde für Roth 1930 zu seinem ersten literarischen Erfolg. Es folgten unter anderem »Radetzkymarsch« oder »Die Kapuzinergruft«. Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten migrierte Roth über Marseille und Nizza schließlich nach Paris. Nach zahlreichen Schicksalsschlägen verfiel er dem Alkoholismus und starb schließlich 1939 in einem Pariser Armenhospital.
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Pressestimmen

If you can make it there: HIOB »Wieder einmal entfaltet das Deutsche Theater Göttingen mit großer Narration und tollen Schauspielleistungen seine besondere Stärke: die Erzählung spannender Stoffe mit interessanten Inszenierungsmitteln. Die neue »Hiob«-Produktion braucht sich nicht hinter Vorläufern wie der Inszenierung Christian Stückls am Wiener Burgtheater zu verstecken, im Gegenteil: Abwechslungsreicher und in der Personenführung tiefer als der recht starre Burgtheater-Abend ist Matthias Reichwalds Romanadaption allemal. Verdient ausdauernder Applaus des Göttinger Publikums! Wertung: ✱✱✱✱✱✱✱✱✱ 9 von 10 Sternen!«
Marcel Lorenz, unddasleben.wordpress.com 11.7.2021

Was kann ein Mensch aushalten? »Regisseur Matthias Reichwald vertraut in seiner Bearbeitung des Romans auf die erzählerische Kraft des Prosatextes ... Die musikalische Stimme des Akkordeons, die in den Szenen immer wieder anklingt, umspielt und bestürmt diesen Familienkosmos in den Kompositionen von Anton Berman. Sie verschmelzen wie Lieder ohne Worte mit dem Fluss der Erzählung ... Dieser Theaterabend umarmt und beschenkt mit Joseph Roths Roman sein Publikum.«
Tina Fibiger, kulturbuero-goettingen.de 6.7.2021

Frieden mit Gott und der Welt machen »Das Bühnenbild von Jelena Nagorni ist der besondere Clou ... Das reduzierte Bild lässt die Akteure zur Geltung kommen und es unterstützt die Aussagen der Inszenierung ... alles zusammen ergibt eindrucksvolle Bilder, die auch noch weit nach der Vorstellung faszinieren. Dazu kommt eine erstklassiges Ensemble. Jeder und jede scheint am richtigen Platz. Gerd Zinck scheint wie geschaffen für die Rolle des Mendel Singers ... Das ist große Schauspielkunst ... Nach der zweiten Premiere im geschlossenen Haus des DT bleibt die Erkenntnis: Endlich wieder Theater, endlich wieder applaudieren, endlich wieder weinen dürfen.«
Thomas Kügler, harzerkritiker.com 6.7.2021

Berührender Abend mit einem großartigen Ensemble »Reichwald hat den Stoff sehr feinfühlig und präzise auf die Bühne gebracht ... Und das Ensemble zieht großartig mit ... Ein großartiger Auftritt ... Sie agieren ... auf ganz hohem Niveau – sehr ruhig, sehr intensiv. Das Ensemble tummelt sich dabei auf einer wirklich bemerkenswerten Bühne ... Jelena Nagorni hat das Bild entworfen ... 160 Minuten dauert die Vorstellung, die ohne großes Spektakel auskommt. Genau diese konzentrierte Ruhe braucht dieser Stoff, um das Publikum zu berühren. Und das ist dem Regieteam und dem Ensemble wunderbar gelungen. Ein großer Abend.«
Peter Krüger-Lenz, Göttinger Tageblatt 5.7.2021

Portrait eines Geprüften »Überzeugend konzipiert und gespielt Mit Bühnenbilderin Jelena Nagorni hat Regisseur Matthias Reichwald eine eindrucksvolle Umsetzung gefunden ... Nach spannenden gut zweieinhalb Stunden folgte langanhaltender Beifall mit Bravorufen.«
Ute Lawrenz, HNA 5.7.2021

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