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Der eingebildete Kranke

Komödie von Molière

Argan leidet schrecklich unter seinen Krankheiten, beschäftigt einen ganzen Stab von Ärzten, deren Diagnosen ihm bestätigen, dass es noch schlimmer um ihn steht, als er annahm. Die Krankheiten bestimmen sein Leben und sein Denken, sie bringen ihn sogar dazu, seiner Tochter Angélique vorzuschreiben, einen Mediziner zu heiraten, damit die hausärztliche Grundversorgung kostengünstig gesichert ist. Denn Krankheit, das weiß auch Argan, bedeutet nicht nur leiden, sondern auch zahlen. Die Ärzte verschreiben teure Therapien, obwohl sie wissen, was jedem in Argans Umgebung klar ist: Argan ist Hypochonder. Dagegen helfen keine Pillen, entscheidet das lebenspraktische Hausmädchen Toinette, dagegen hilft nur, den Blick vom überschätzten Ich auf die realen Zustände im eigenen Heim zu lenken. Denn da liegt so einiges im Argen. Doch um die Wirklichkeit zu erkennen, muss Argan die Krankheit zum finalen Ende treiben. Er muss sich totstellen. Und so setzt Molière, der während der vierten Vorstellung von »Der eingebildete Kranke« auf der Bühne verstarb, dem Tod das Lachen entgegen.

Molière
Ohne Jean Baptiste Poquelin (1622-1673), genannt Molière, wäre die moderne Komödie undenkbar. Er hat die Gattung gründlich reformiert, hat anstatt der damals üblichen ›Typen‹ echte ›Charaktere‹ auf die Bühne gestellt. Für das Publikum und die Ensembles seiner Zeit eine Herausforderung, der sie sich nur zögernd aussetzten. Aber Molière blieb beharrlich und setzte sich durch. Der Sonnenkönig fand Gefallen an Molières Stücken und setzte eine großzügige Apanage aus. Doch mit »Tartuffe« brachte er den konservativen Hofstaat gegen sich auf und wurde Opfer der Zensur. Erst eine Verschiebung der Machtverhältnisse ermöglichte die triumphale Uraufführung. Die Komödie war in der Weltliteratur angekommen.

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